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28.02.2021Damen NLA Playoff-Viertelfinal Spiele 1 + 2

Wizards drosseln Zugs Tempo

Den Wizards Bern Burgdorf gelingt am Samstagabend in der Playoff-Viertelfinalserie gegen das Überraschungsteam Zug United mit 6:3 das Break in der Serie. Und tags darauf doppeln die Zauberinnen zuhause mit einem deutlichen und verdienten 12:5-Heimsieg gleich nach.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell es im Sport manchmal geht: Eine punktemässig eher dürftige Master-Round für die Wizards hier, eine durchaus erfolgreiche selbige für die Zugerinnen da. Und plötzlich hiess es im Vorfeld dieser Viertelfinal-Serie von medialer Seite her, dass die Zentralschweizerinnen - nicht zuletzt auch dank der besseren Platzierung - als Favoritinnen in diese Serie steigen würden. Die Burgdorferinnen ihrerseits nahmen dies offenbar zum Anlass, die Kritiker eines Besseren zu belehren.

Dass es im Sport manchmal schnell geht, erfuhren die Kolinstäderinnen dann am Samstagabend zuhause zwischen der 45. und 51. Minute und dem bisherigen Spielstand von 3:3 am eigenen Leib. Doch zuerst noch kurz etwas zurück in der Zeit. Den besseren Start in die Partie erwischten zweifelsohne die Gäste aus dem Bernbiet. In den ersten zwanzig Minuten agierten diese äusserst agil und mit der nötigen Konsequenz im Abschluss. So stand es nach dem ersten Drittel nach Toren der Jungspunde Anja Wyss (4.) und Tanja Kyburz (15.) verdientermassen 2:0. 

Doch dies wollten die Innerschweizerinnen nicht auf sich sitzen lassen und zeigten fortan, wieso sie sowohl die Jets wie auch die Piranhas zu besiegen vermochten. Die beiden ausländischen Verstärkungsspielerinnen Weronika Noga (25.) sowie Eliska Trojankova (34.) glichen das Spiel für Blau-Weiss aus. Aber kurz darauf kam es zu einem Freistoss für BeBu und diese gingen durch Lea Hanimann nach einer einstudierten Freistoss-Variante gleich wieder in Front (36.). Kurz vor der zweiten Pause egaliserte aber Ada Hök - eine weitere Zuger Ausländerin - den Spielstand erneut (40.).

So, und nun zurück zu der eingangs erwähnten Phase zwischen der 45. und 51. Minute. Anja Wyss fasste sich in der 45. Minute ein Herz und hämmerte den Ball aus der Mitte zur erneuten Berner Führung in den Netzhimmel. Und einige Minuten später wurde erneut Anja Wyss mustergültig von Andrea Wildermuth bedient und konnte zum 5:3 einschieben. Langsam mussten die Hausherrinnen nun ihr Spiel etwas öffnen und es schlichen sich Fehler in ihrem Spiel ein. Einen solchen wusste das Sturmduo Hanimann/Simone Wyss auszunutzen und besorgte bereits in der 51. Minute den Schlussstand von 6:3.

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Am Sonntagnachmittag konnte man dann gespannt sein, ob die Zugerinnen auf die empfindsame Heim-Niederlage zu reagieren vermochten. In einem torreichen ersten Drittel schien es auf jedenfall bis in die 13. Minute tatsächlich so, als hätten sie ein Rezept gefunden, das Berner Bollwerk zu knacken. 3:2 zugunsten der Gäste stand es zu diesem Zeitpunkt. Für Bern Burgdorf hatten Simone Wyss (3.) sowie Topskorerin Lea Hanimann (12.) getroffen. Für Zug waren dies Romana Gemperle (10.), Anna Reber (11.) sowie Eliska Trojankova (13.). Doch Gelb-Schwarz hatte keine Lust, mit einem Rückstand in die Pause zu gehen und reagierte vehement. Ramona Bieri nach schöner Kombination mit Annika Dierks (13.), erneut Hanimann (15.) sowie Captain Romina Rudin (18.) schossen die Emmentalerinnen mit 5:3 in Front.

Etwas, womit Wizards-Coach Mirco Torri dieses Wochenende sicher nicht vollends zufrieden war, sind die beiden Mitteldrittel. Am Samstag verloren seine Frauen dieses noch mit 1:3. Am Sonntag schafften sie immerhin ein 1:1-Unentschieden. Andrea Wildermuth erhöhte in der 29. Minute auf 6:3. Die Gäste-Topskorerin Kamila Polancyova hielt Zug aber mit ihrem Tor zum 4:6 im Spiel (32.).

Das wohl schönste Tor des Abends gelang der routinierten Nadia Cattaneo nach herrlichem Kombinations-Spiel ihrer Formation in der 45. Minute. Dieses 7:4 schien rückblickend gesehen der Genickbruch für Zug gewesen zu sein. Was nun folgte war Kür seitens der Gastgeberinnen: Wildermuth (46.), Rudin (48.), Bieri (49.) sowie Anja Wyss (51.) erhöhten innerhalb von fünf Minuten auf 11:4. Die Gäste bissen sich folglich und auch schon beinahe während des ganzen Spiels die Zähne am Berner Bollwerk aus oder scheiterten an der glänzend aufgelegten Wizards-Hüterin Ladina Töndury. Weronika Noga erzielte zwar noch das 5:11 (56.), doch Lara Wüthrich zeigte sich in der 59. Minute für den 12:5-Schlussstand verantwortlich.

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Somit steht es in der Serie 2:0 zugunsten der Wizards. Entschieden ist wahrlich noch nichts. Doch die Wizards drosselten an diesem Wochenende Zugs Tempo erheblich. Kann Zug noch einmal Fahrt aufnehmen oder ist am Samstag bereits Endstation? Stay tuned...

Zug United - Wizards Bern Burgdorf 3:6 (0:2, 3:1, 0:3)
Dreifachsporthalle Kantonsschule Zug, Zug. SR Bajoni/Lehmann.
Tore: 4. A. Wyss (A. Wildermuth) 0:1. 15. T. Kyburz (A. Dierks) 0:2. 25. W. Noga 1:2. 34. E. Trojankova 2:2. 35. L. Hanimann (S. Wyss) 2:3. 40. A. Hök (S. Kuster) 3:3. 45. A. Wyss (H. Tapani) 3:4. 50. A. Wyss (A. Wildermuth) 3:5. 51. L. Hanimann (S. Wyss) 3:6.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Zug United. 1mal 2 Minuten gegen Wizards Bern Burgdorf.

Wizards Bern Burgdorf - Zug United 12:5 (5:3, 1:1, 6:1)
Neue Schützenmatt, Burgdorf. SR Crivelli/Rampoldi.
Tore: 3. S. Wyss 1:0. 10. R. Gemperle (S. Kuster) 1:1. 11. A. Reber (E. Trojankova) 1:2. 12. L. Hanimann 2:2. 13. E. Trojankova (S. Kuster) 2:3. 13. R. Bieri (A. Dierks) 3:3. 15. L. Hanimann (S. Wyss) 4:3. 18. R. Rudin (L. Hanimann) 5:3. 29. A. Wildermuth (H. Tapani) 6:3. 32. K. Paloncyovà 6:4. 46. N. Cattaneo (S. Wyss) 7:4. 46. A. Wildermuth (A. Wyss) 8:4. 48. R. Rudin 9:4. 49. R. Bieri (L. Töndury) 10:4. 51. A. Wyss (T. Kyburz) 11:4. 56. W. Noga (R. Gemperle) 11:5. 59. L. Wüthrich 12:5.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Wizards Bern Burgdorf. keine Strafen.