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03.04.2018Damen NLA Playoff Halbfinal Spiel 1 + 2

Wizards mit dem Rücken zur Wand

 Die Wizards Bern Burgdorf liegen im Playoff Halbfinal gegen den amtierenden Schweizermeister UHC Dietlikon nach der ersten Doppelrunde mit 0:2 in Rückstand und somit mit dem Rücken zur Wand. Nach einer 5:6-Niederlage nach Verlängerung am Samstag in Dietlikon folgte am Ostermontag zuhause in Burgdorf eine 3:9-Schlappe. Somit heisst es ab jetzt - Verlieren verboten.

Wie bereits in den beiden Jahren zuvor gelang es den Wizards Bern Burgdorf im Spiel 1 der Halbfinal-Serie beinahe, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Doch irgendwie scheinen die Zauberinnen jeweils in diesen Momenten entweder das Glück nicht auf ihrer Seite zu haben, oder scheitern am eigenen Unvermögen. Am Samstagnachmittag in Dietlikon war die Partie praktisch die ganzen 60 Minuten auf Messers Schneide. Mal lag das Heimteam in Führung, danach wieder die Gäste und zum Schluss stand da ein 5:5 auf der Anzeigetafel. Dietlikon konnte sich in der Schlussphase bei ihrer Schlussfrau Monika Schmid bedanken, dass sie sich in die Verlängerung retten konnten. In die Verlängerung starteten die Bernerinnen dann mit einer Überzahl, aber der Ball wollte partout nicht über die Linie. Auch als Dietlikon wieder komplett agierte, traten die Gäste aufs Gaspedal und suchten die Entscheidung. Erneut musste eine Zürcherin auf der Strafbank platz nehmen. Und erneut vermochten die Wizards nicht davon zu profitieren. Kurz vor Ende der Verlängerung traf Ligatopscorerin zur Entscheidung und damit mitten ins Wizards-Herz.

Es ist dies für Bern Burgdorf ein weiteres Kapitel der tragischen Auftaktniederlagen in die Halbfinalserien. Über weite Strecken der Partie waren sie ihren Kontrahentinnen überlegen, konnten diese Überlegenheit aber leider nicht in die nötigen Tore ummünzen. Trotz allem kann viel positives mitgenommen werden aus dieser Partie.

 Am Ostermontag wollten es die Bernerinnen vor heimischem Publikum besser machen. Die Stimmung war gut und der nötige Optimismus im Team vorhanden. Doch es kam alles anders, als erwartet und gewünscht. Bereits früh kombinierten sich Julia Suter und Linda Pedrazzoli zum 1:0 durch die Berner Abwehrreihen (6.). Und es kam noch schlimmer - in der 9. Minute sprachen die Schiedsrichter Dietlikon einen Treffer zu, obwohl der Ball, wie nachträglich auf dem Video ersichtlich, zu keiner Zeit die Linie überquert hatte. Mit diesem Schicksal haderten die Wizards lange und mussten dann auch noch das 0:3 durch Michelle Wiki (17.) verkraften. Immerhin gelang Simone Wyss mittels Abpraller noch vor der ersten Pausensirene der Anschlusstreffer (20.).

Im Mittelabschnitt waren dann wieder die Hausherrinnen das spielbestimmende Team und rannten Mal für Mal an. Coach Malecek hatte in der Pause die Linien ein wenig umgestellt und wollte so noch mehr offensive Durchschlagskraft erzeugen. Aber Monika Schmid zog einen hervorragenden Tag ein und liess keine unnötigen Abpraller oder Tore zu. Zwar war Burgdorf nun deutlich stärker als noch zu Beginn der Partie, verpasste es aber leider, den Rückstand zu verkürzen.

Im Schlussdrittel mussten die Burgdorferinnen nun natürlich alles in die Offensive werfen. In den Playoffs zählt je bekanntlich nur Sieg oder Niederlage, das Resultat ist grundsätzlich egal. Aufgrund des hohen Pressings eröffneten sich für die Zürcherinnen Kontermöglichkeiten, welche sie eiskalt ausnutzten. Plötzlich sah sich Burgdorf mit einem 1:6 Rückstand konfrontiert. Mit einem Doppelschlag durch Mirjam Hintermann (52.) sowie Wyss (53.) kam noch einmal kurz ein Spürchen Hoffnung für eine Aufholjagd auf. Doch nun leisteten sich die Gastgeberinnen auch noch unnötige Eigenfehler und ermöglichten es den Gästen gar noch, bis auf 9:3 davonzuziehen.

Und nun heisst es für die Wizards wieder einmal in einer Halbfinalserie - Verlieren verboten. Bekanntlich ist eine Serie erst beendet, wenn ein Team drei Siege erspielt hat. Finden die Wizards zur Stärke der ersten Partie zurück, könnte es für Dietlikon gar nicht so einfach werden, den Sack zu zu machen. It ain't over, till it's over.

 

UHC Dietlikon - Wizards Bern Burgdorf 6:5 n.V. (2:1, 2:3, 1:1, 1:0)
Hüenerweid, Dietlikon. 189 Zuschauer. SR Lehmann/Manser.
Tore: 3. M. Hintermann (L. Cina) 0:1. 11. M. Wiki (I. Gerig) 1:1. 16. M. Wiki (M. Schmid) 2:1. 23. L. Cina (Si. Wyss) 2:2. 26. A. Gämperli 3:2. 31. J. Weber (E. Garbare) 3:3. 32. M. Hintermann (B. Mischler) 3:4. 38. L. Pedrazzoli (A. Gämperli) 4:4. 47. M. Wiki 5:4. 51. Si. Wyss (B. Mischler) 5:5. 70. M. Wiki (I. Gerig) 6:5.
Strafen: 1mal 5 Minuten (S. Zwissler), 2mal 2 Minuten gegen UHC Dietlikon. keine Strafen.

Wizards Bern Burgdorf - UHC Dietlikon 3:9 (1:3, 0:0, 2:6)
Neue Schützenmatt, Burgdorf. 211 Zuschauer. SR Friemel/Hasselberg.
Tore: 6. J. Suter (L. Pedrazzoli) 0:1. 9. A. Gämperli (J. Suter) 0:2. 17. M. Wiki (I. Gerig) 0:3. 20. Si. Wyss (M. Hintermann) 1:3. 44. I. Gerig (M. Wiki) 1:4. 47. A. Gämperli (J. Suter) 1:5. 50. A. Streiff (M. Wiki) 1:6. 52. M. Hintermann (E. Garbare) 2:6. 53. Si. Wyss (B. Mischler) 3:6. 54. M. Wiki (I. Gerig) 3:7. 57. M. Wiki (L. Pedrazzoli) 3:8. 59. C. Wohlhauser (S. Rüegger) 3:9.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Wizards Bern Burgdorf. 1mal 2 Minuten gegen UHC Dietlikon.